Reflexionen beim Gehen

Beherzte Reflexionen beim Gehen

Beherzte Reflexionen beim Gehen – biografische Wanderung mit einem Geschäftsführer

Ein Mann ist Geschäftsführer in einem mittelständischen Unternehmen. Er wählt Helmut Gabel als Sparringspartner für die Suche nach einem Nachfolger. Fünf Jahre sieht er sich noch in der Verantwortung für das Unternehmen. Er will rechtzeitig Strukturen veranlagen, Menschen vorbereiten und mitnehmen.

Ziel und Ausgangssituation werden in einem Online geführten Case-Gespräch auf den Tisch gelegt, Ziel und Zeiträume werden festgehalten, Zielkorridore definiert. Die Vereinbarung: 3 Tage wandern in einer vom Kunden ausgewählten Strecke in den Beskiden, Polen.

Beherzte Reflexionen beim Gehen: Niedere Beskiden, Polen

Am ersten Tag sammeln wir die Erfahrungen des Kunden mit seiner Tätigkeit als Geschäftsführer in Bezug auf wirtschaftlichen Erfolg, strukturelle Entwicklungen und Beziehungen zu Mitarbeitern und Klientel und erstellen Kriterien für zukünftige Strukturen und nötige Fähigkeiten eines Nachfolgers. Zwischendurch Verankerungen und Achtsamkeitsübungen in der Natur. Wir verzehren mitgebrachten Proviant zu Mittag. Strecke am ersten Tag: Czystogarb – Komancza, ca. 8 km, mit Pausen von 9:30 bis 15:30 in der Natur.

Am Abend werden Kernpunkte und das Fazit des Tages visualisiert und schriftlich festgehalten. Der Coach Helmut Gabel gibt Rückmeldungen zu relevanten Aspekten, die sich gezeigt haben und lockt Vergessenes ins Bewusstsein.

Am 2. Tag werden konkrete Kandidaten für die Nachfolge betrachtet, ihre Fähigkeiten, Vorerfahrungen und Beziehungen ins Verhältnis gesetzt. Zwischendurch Verankerungen und Achtsamkeitsübungen in der Natur. Weitere Optionen werden besprochen: mögliche Veräusserung der Firma, Partnerschaften oder joint-ventures mit ergänzenden Unternehmen. Strecke am zweiten Tag: Komancza – Tursansk, ca. 10 km, mit Pausen von 9:30 bis 16:30 in der Natur.

Am Abend werden Kernpunkte und das Fazit des Tages visualisiert und schriftlich festgehalten. Der Geschäftsführer gibt Rückmeldung zu gewachsener Klarheit und offenen Punkten.

Am 3. Tag erarbeitet Helmut Gabel mit dem Geschäftsführer Szenarien, wie und in welchen möglichen Schritten die Nachfolge konkret geplant und geregelt werden kann und gewichtet zusammen mit dem Kunden Erfolgsaussichten der jeweiligen Szenarien. Strecke am dritten Tag: Turzansk – Czystogarb, ca. 15 km, mit Pausen von 8:00 bis 15:45 in der Natur.

Am Abend werden die Szenarien in einem Besprechungsraum visualisiert und schriftlich festgehalten. Der Geschäftsführer gibt Rückmeldung zu gewachsener Klarheit und offenen Punkten.

Nach 2 Wochen findet ein Online geführtes Evaluationsgespräch statt, um zu begleiten, wie der Kunden vorankommt. Leichte Modifikationen an der weiteren Vorgehensweise werden besprochen.

Beherzte Reflexionen beim Gehen: Landschaft auf Madeira, eingefangen auf einem biografischen Spaziergang 2024

Reflexionen beim Gehen – die Natur spielt mit

Natürlich lässt sich alles auch Online durchführen oder in einem geschlossenen Besprechungsraum. Die Qualität der Konzentration, das Zusammenhalten der Gedanken und das Festhalten der Gedanken mag in geschlossenen Räumen (Hülle) für eine Weile besser sein. In der Natur gibt es ja doch die eine oder andere Ablenkung, hinzu kommt die Vorstellung, man müsse erst eine weite Reise in eine schöne Landschaft unternehmen, um wandernd oder spazierend zu reflektieren.

Meine Erfahrung mit den Reflexionen in der Natur zeigen folgendes Bild. Ein Spaziergang im Grünen oder in einer ausgedehnten, abgelegenen Landschaft bringen Gedanken zunächst gut in Fluss. Gerade bei mehrtägigen Reflexions-Wanderungen und intensiven Erkundungen der eigenen Biografie, hilft eine natürliche Umgebung den Blick zu weiten, eine harmonisierende und vertiefte Atmung sich einstellen zu lassen und die Natur als Inspirationsquelle zu nutzen.

So hat der oben erwähnte Geschäftsführer bei der Wanderung in den Beskiden die Stille und Kühle der Wälder genossen und konnte recht schnell in einen entspannteren Modus abseits seines geschäftigen Arbeitsalltags schalten. Es fiel ihm beim Gehen auch leichter Vertrauen zum Begleiter zu fassen. „Die Mischung aus Gehen in der Natur, Rasten und den Blick schweifen lassen und abends nochmals rekapitulieren hat mir sehr gut geholfen, sowohl in die Vergangenheit als auch in die Zukunft zu denken,“ meinte er mit etwas zeitlichem Abstand zur reflexiven Wanderung.

Vielerlei Inspirationen sind durch Formationen, die einem unterwegs begegnen, wie z.B. Bäume, Blumen, Felsen, Brücken, Schluchten, usw., möglich. Der Geschäftsführer fand hilfreich über die Frage nachzudenken, was und wer ihm geholfen hat, schwierig erscheinendes Terrain zu durchqueren (also Herausforderungen in der Tätigkeit). Das diente uns als Grundlage, Kriterien zu entwickeln für zukünftige Strukturen und nötige Fähigkeiten eines Nachfolgers.

Beherzte Reflexionen beim Gehen: manche Stege helfen, nicht im Moor oder Schlamm zu versinken…

Diesen Beitrag teilen

Ähnliche Beiträge